Müllheim

Geografische Lage von Müllheim

Müllheim liegt im äußersten Südwesten des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald im Westen des Regierungsbezirk Freiburg im Süden des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Stadt zählt zurzeit fast 19.000 Einwohner in den acht Ortsteilen Kernstadt, Britzingen, Dattingen, Feldberg, Hügelheim, Niederweiler, Vögisheim und Zunzingen. Die Fläche des Stadtgebiets beträgt knapp 58 km². Müllheim liegt im Herzen der fruchtbaren Kulturregion Markgräflerland zwischen Oberrheingraben und Südschwarzwald. Durch das milde Klima wird in und um Müllheim schon seit gut 2.000 Jahren intensiv Weinanbau betrieben. Durch die Stadt am Fuße des 1.165 Meter hohen Berg Blauen fließt der Klemmbach. Der Berg ist als Sportgebiet für Wanderer, Gleitschirmflieger und Mountainbiker überregional bekannt. Die nächsten Nachbargemeinden sind Buggingen, Sulzburg, Münstertal, Badenweiler, Kleines Wiesental, Malsburg-Marzell, Schliengen, Auggen und Neuenburg am Rhein. Die Entfernung nach Freiburg im Breisgau und Basel beträgt jeweils gut 30 Kilometer, nach Karlsruhe sind es ca. 170 Kilometer, bis in die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart 230 Kilometer. Im umliegenden Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald leben aktuell gut 262.000 Einwohner in 10 Städten und 40 Gemeinden auf etwas über 1.378 km² Fläche. Die Stadt liegt an den beiden Bundesstraßen 3 und 378 mit Anschluss an die Bundesautobahn 5 von Karlsruhe nach Basel. Mit dem Zug ist die Stadt mit dem IC 60 der Deutschen Bahn ab Basel, Freiburg, Offenburg, Karlsruhe, Stuttgart und München zu erreichen. Darüber hinaus besteht mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV 81 eine regelmäßige Verbindung von bzw. nach Freiburg, Mulhouse, Belfort, Besançon, Dijon und Paris.

Die Besonderheiten der Stadt

Durch die günstige Lage im Markgräflerland unweit des Schwarzwalds und des Rheins ist die Stadt schon seit geraumer Zeit ein staatlich anerkannter Erholungsort. In der Kernstadt können Besucher das 1.500 m² große Markgräfler Museum zur Regionalgeschichte, das Mühlenmuseum Frick-Mühle und die Martinskirche aus dem 14. Jahrhundert besichtigen. Bei den drei lokalen Winzergenossenschaften und den zahlreichen Privatweingütern vor Ort finden regelmäßig Führungen und Weinproben statt. Im Ortsteil Britzingen bietet Burg Neuenfels tolle Sicht über die gesamte Umgebung. Zum örtlichen Weinfest alle zwei Jahre und zum alljährlichen Silvesterlauf durch die Weinberge kommen Gäste aus nah und fern. Ebenso ruhig und beschaulich präsentiert sich der kleine Ortsteil Dattingen. Weinbau und Landwirtschaft bestimmen bis heute die dörflich geprägte Wirtschaftsstruktur. Rund um den Ort verlaufen schöne Wanderwege. Im südlichsten Ortsteil Feldberg ist vor allem der etwa drei Kilometer lange Wanderweg „Dichterwegli“ mit 17 Texttafeln samt Versen von Heimatdichtern zu empfehlen. Ein schönes Ausflugsziel ist der Glockenturm des einstigen Klosters im Weiler Rheintal. Hügelheim ist vor allem durch die Katharinenkirche aus dem 12. Jahrhundert bekannt. Das Gotteshaus ist eine der ältesten Sakralbauten im gesamten Markgräflerland. In Niederweiler ist die denkmalgeschützte Klemmbachmühle von 1760 heute eine gut besuchte Weinstube mit Terrasse. Wandern lässt es sich vorzüglich auf dem Römerberg und der Himmelswiese. Landschaftlich sehr reizvolle Spazier- und Wanderwege durchqueren das Waldgebiet Vögisheimer Sonnhalde, in dem sich eine populäre Grillhütte befindet. Zur Fastenzeit wird hier von der Bevölkerung der uralte alemannische Winterbrauch „Hisgier“ gepflegt. Zunzingen an der Badischen Weinstraße verfügt nicht nur über einen eigenen Flugplatz, sondern auch über das einzige deutsche Weinetikettenmuseum Deutschlands mit rund 180.000 Exemplaren.

Die Geschichte der Stadt

Eine dauerhafte Besiedlung der Region begann archäologischen Funden zufolge in der mittleren Bronzezeit vor ca. 3.200 Jahren. Die in der Gegend siedelnden Kelten wurden ab dem Jahr 70 nach Beginn unserer Zeitrechnung von den Römern assimiliert. Artefakte aus dieser Epoche können im nahen Römermuseum Heitersheim besichtigt werden. Im frühen 3. Jahrhundert eroberten die Alamannen das Gebiet und bauten diverse Höhenburgen zur Überwachung auf. Im späten 5. und frühen 6. Jahrhundert kam es wiederholt zu Kriegen mit den Franken. Müllheim wird 757/758 als „Ort der Mühlen“ (mulinhaimo) erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Im 10. Jahrhundert litt die Region unter Raubzügen der Ungarn, im 11. Jahrhundert eroberten die Herzöge von Zähringen das Gebiet. Im 13. Jahrhundert gelang die Stadt unter die Herrschaft der Grafen von Freiburg, Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie ein Teil der Markgrafschaft Baden. Die Bauernkriege im 16. und der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert sorgte für große Zerstörungen in der Gegend, ebenso der Spanische und der Österreichische Erbfolgekrieg sowie die Franzosenkriege im 18./19. Jahrhundert. Ab 1806 gehörte Müllheim zum Großherzogtum Baden, 1810 wurden die Stadtrechte verliehen. 1872 wurde der städtische Weinmarkt zum ersten Mal veranstaltet, 1906 wurde der Ort Garnisonsstadt. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg kämpften Bürger der Stadt an der Westfront, nach 1945 zählt die Region zur französischen Besatzungszone. Im Jahr 1972 wird der gleichnamige Landkreis aufgelöst, die Stadt wächst jedoch durch Eingemeindungen von 8.000 auf rund 18.000 Einwohner. Heute ist die Stadt sowohl beliebter Ferien- als auch Wohnort in der Nähe zu Freiburg im Breisgau.

Die Veranstaltungsstätten der Stadt

Neben der Fasnacht im Winter, dem alljährlichen Weinmarkt im April, dem heute ältesten seiner Art in ganz Baden, und dem Stadtfest immer Ende Juni gibt es vor Ort auch sonst und den Rest des Jahres viel zu sehen und zu erleben. So ist das internationale Fest Anfang Mai ein fester Termin im städtischen Kalender. Die lokale Schützengesellschaft am Ziegleweg veranstaltet genau wie die vielen anderen örtlichen Vereine häufig Feste und Wettbewerbe. Theateraufführungen und Konzerte gehören zum vielseitigen Programm des Bürgerhauses in der Hauptstraße. Überregionale Beachtung findet der schon seit 1995 alljährlich im Frühjahr verliehene „Markgräfler Gutedelpreis“. In der Martinskirche in der Wilhelmstraße finden regelmäßig klassische Konzerte auch von auswärtigen Orchestern und Ensembles statt. Im Juli sind bei den „COVERnights“ bekannte Hits berühmter Gruppen auf dem Markgräfler Platz neu vertont zu hören. Bei der Museumsnacht im Blankenhorn-Palais Anfang August steht vor allem Jazz auf dem Programm. Ein populäres Ereignis mit vielen Gästen von beiderseits des Rheins ist der deutsch-französische Brotmarkt Mitte September. Gleiches gilt für den „Zwiebelwaiehock“ in Vögisheim Ende September. Gästen der Stadt zu empfehlen sind die regelmäßigen Sagenwanderungen, die ab der Werderstraße starten. Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober geht in Britzingen der Weinwandertag samt Herbstfest über die Bühne. Die Lesegesellschaft lädt zu Lesungen in der Mediathek, Literaturfreunde schätzen auch die Veranstaltungen in der Buchhandlung Beidek. Das große Freizeit- und Familienbad im Ziegleweg ist vor allem im Sommer meist gut besucht. Im Markgräfler Museum finden oftmals kulturhistorische Vorträge statt. Spielfilme aus aller Welt können im Kino „Central-Theater“ in der Werderstraße angesehen werden.