Heitersheim

Geografische Lage von Heitersheim

Heitersheim liegt im Tal des südlichen Oberrheins, eingebettet zwischen der Rheinebene im Westen und dem Hügelland, welches weiter östlich in den Schwarzwald übergeht. Ein markanter Berg im Osten der Stadt ist der 1414 m hohe Belchen. Heitersheim liegt im Übergang vom Breisgau im Norden, und dem Markgräflerland im Süden.

Was macht diese Stadt aus?

Die Mal­te­s­er­stadt Hei­ters­heim, einer der ältes­ten Wein­or­te im son­ni­gen Mark­gräf­ler­land, liegt mit sei­nem Orts­teil Gal­len­wei­ler ein­ge­bet­tet zwi­schen Reben und Äckern in der leicht hüge­li­gen Vor­berg­zo­ne des Süd­schwarz­wal­des. Die güns­ti­ge Lage im Drei­län­der­eck Deutschland-Frankreich-Schweiz bie­tet vie­le Mög­lich­kei­ten für Aus­flü­ge ins angren­zen­de Aus­land. Nur ein paar Autominuten ent­fernt erhebt sich im Osten der Schwarz­wald und im Wes­ten sind im benach­bar­ten Elsass die Voge­sen zu sehen.

Kulturinteressierte haben die Möglichkeit das Römer­mu­se­um Vil­la Urba­na und das Muse­um im Schloss so wie das Mal­te­s­er­schloss zu besichtigen. Wer es gemütlich mag, kann durch den roman­ti­schen Schloss­hof und in den rosen­um­kränz­ten Wan­del­gän­gen die Architektur oder im Römerpark sowie im Schloss­park die Natur und den herr­li­chen Bli­ck auf die Ber­ge des Süd­schwarz­wal­des genießen. Die umliegenden Rebberge um die Gemeinde bieten sich hervorragend für Spaziergänge und längere Wanderungen mit dem Partner oder der Familie an.

Außerdem bietet Heitersheim neben einer großen Auswahl an gemütliche Restaurants und Straußwirtschaften eine ebenso große Vielfalt von lokalen Weinen und Weingütern an. Über das Jahr verteilt finden immer wieder Events wie der traditionelle “Chilbi” Jahrmarkt satt, seit über 500 Jahren sammeln sich zur “Chilbi” in der Innenstadt Händler aus nah und fern und bieten ihre Waren an. Außerdem ist Heitersheim eine sehr aktive Fastnachts Gemeinde mit einem jährlichen Fastnachtsumzug sowie jährlichen Prunksitzungen. Zu dem lädt die Heitersheimer “Guggenmusik” StrauSchoeh-Schlurbi jährlich zum Regio-Guggemusiktreff ein, eine Guggeparty welche die große Malteserhalle zum Schauplatz von Gug­ge­mu­sik aus In- und Umland, Live-Tanzmusik und Disco-Sound werden lässt und so immer wieder ein brei­tes Publi­kum anlocken kann.

Geschichte der Stadt

Die Heitersheimer Geschichte beginnt bereits zu Zeiten der Kelten, nach dem Jahr 70 n. Chr. eroberten jedoch bereits die Römer das Gebiet. Im 3. Jahrhundert kam es vermehrt zu Plünderungszügen, wahrscheinlich durch Alamannen. Die Römer gaben nach langen Konflikten die direkte Herrschaft auf und zogen sich ab 260 hinter den Rhein zurück. Die Zivilbevölkerung vermischte sich mit alemannischen Neuankömmlingen, die römische materielle Kultur wurde aufgegeben. Holz- und Fachwerkhäuser traten an die Stelle der bisherigen Mauerarchitektur. Jedoch beheimatet Heitersheim noch heute die einzige bekannte römische Villa Urbana rechts des Rheins.

1996 wurde der frühste Nachweis der Siedlung Heitersheim im Neubaugebiet "Am Eschbacher Pfad" entdeckt. Ein großes Gräberfeld aus dem 6. bis 7. Jahrhundert n. Chr. wurde freigelegt. Man fand dort neben Waffen- und Schmuckbeigaben bei zahlreichen Bestattungen auch eine kleine römische Amor-Statuette aus Bronze, welche die Alemannen vermutlich aus einem der alten römischen Gebäude mitnahmen. Diese ist heute in einer größeren Nachbildung auf dem Kreisel in der Mitte der Stadt vor dem alten Rathaus zu bewundern.

Im 11. Jahrhundert eroberten die aus dem nördlichen Schwaben stammenden Herzöge von Zähringen viele Gebiete. 1122 wurde das Gebiet der Zähringer südlich von Freiburg durch die Herren von Staufen verwaltet. Somit wurde auch Heitersheim von den Herren von Staufen und ihren Dienstmännern, den Herren von Heitersheim verwaltet.

Marschall Gottfried von Staufen übergab im Jahre 1272 seinen Hof und seine Kirche in Heitersheim an die Johanniter. Der Johanniterorden erwarb danach das gesamte Heitersheimer Gebiet. 1428 wurde das Grosspriorat des Johanniterordens von Deutschland nach Heitersheim verlegt. Der Großprior in Heitersheim war von dort an für die Verwaltung aller Johanniterhäuser, Besitze und kommenden Besitzen von Norditalien bis nach Schweden und vom Burgund bis nach Ungarn zuständig. Heitersheim erreichte so eine weit über die Grenzen hinausreichende Bekanntheit. Der Orden erhielt 1466 vom Kaiser das Marktrecht so durfte die „Chilbi“ in jedem Jahr am Montag nach dem 24. August abgehalten werden. 1481 kam der Klausmarkt dazu, dieser wird am 1. Montag im Dezember abgehalten. Biide Märkte sind noch heute Teil der Stadt.

1524 verlor der Johanniterorden einige Besitztümer im Ausland und erhielt daraufhin von Kaiser Karl V. die Insel Malta als Lehen. Der Orden nannte sich von da an Malteserorden.

Nach den Gebiet Eroberungen durch Napoleon I endete sowohl die Herrschaft des Fürstentums Heitersheim als auch die Herrschaft des Malteserordens. Heitersheim wurde 1806 in das neu gegründete Großherzogtum Baden eingegliedert und erhielt 1810 das Stadtrecht. Die neue Pfarrkirche wurde 1826 erbaut. Dabei wurde das Grabdenkmal aus der alten Kirche miteingebaut. Durch den Bau der Eisenbahnverbindung Karlsruhe–Basel bekam Heitersheim 1847 eine eigene Eisenbahnstation. Die Kreditkasse wurde 1887 gegründet, um die Handwerkerschaft leichter finanzieren zu können. Im selben Jahr wurde auch die Seifenfabrik gegründet, welche bis heute noch existiert. Im Jahre 1892 wurde ein Krankenhaus im heutigen Gebiet des Stühlinger gebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging das Handwerk in Heitersheim zurück und wurde allmählich durch die industrielle Produktion ersetzt.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurden Männer eingezogen, lebenswichtige Güter wurden knapp. In der Stadt wurden Soldaten stationiert und später ein Militärflugplatz eingerichtet. Am 17. Juni 1917 wurden die Kirchenglocken eingesammelt, um daraus Kanonen zu gießen. Nach Kriegsende hatte die Stadt 30 Gefallene zu beklagen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 3. Dezember 1919 gegründet.

Natürlich litt auch Heitersheim so wie viele andere Dörfer im Westen Deutschlands erheblich unter dem zweiten Weltkrieg. Der Zweite Weltkrieg und das Großdeutsche Reich endete für Heitersheim am 22. April 1945 mit dem Einmarsch französischer Truppen. Die Stadt wurde vom Bürgermeister kampflos an die französischen Soldaten übergeben. Die Stadt hatte 78 Gefallene und 34 Vermisste zu beklagen.

1952 stellte der damalige badische Staatspräsident Leo Wohleb das Stadtrecht wieder her. 1985 feierte die Gemeinde das 175-jährige Stadtjubiläum. Aus diesem Anlass führte Heitersheim als Zeugnis seiner herausragenden Vergangenheit mit einem achtspitzigen weißen Malteserkreuz auf rotem Grund das neue Stadtwappen ein.

Besondere Orte in der Umgebung

Der Wein-Panorama-Weg führt durch die gut gepfleg­ten Wein­ber­ge von Hei­ters­heim. Er bie­tet den Wan­de­rern und Spa­zier­gän­gern herr­li­che Aus­bli­cke. Auf zwölf Tafeln wer­den unteranderem Geschich­te, Aus­bli­cke und Reb­sor­ten beschrie­ben. Außer­dem wer­den auf den ein­zel­nen Tafeln die Hei­ters­hei­mer Wein­gü­ter und die Win­zer­ge­nos­sen­schaft vor­ge­stellt. Zusätzlich können sie eine kleine Wanderung zum Ruschgraben welcher zwischen Heitersheim und Seefelden gelegen ist, unternehmen. Der Ruschgraben ist ein naturnahes, unberührtes Tal, das nach der Eiszeit vor 10.000 Jahren durch einen Gletscher entstanden ist. Moränen aus dieser Zeit sind dort heute noch sichtbar

Wer einer Wanderung außerhalb der Stadt verbunden mit einer Autofahrt nicht abgeneigt ist, kann einen Ausflug zum im Schwarzwald liegenden Nonnenmattweiher unternehmen. Der Belchen, der Blauen so wie auch der Feldberg sind für Bergwanderung begeisterte nicht weit. Zusätzlich findet sich der Steinwasen Natur Erlebnis Freizeitpark sowie der Vogelpark Steinen, das Schloss Bürgeln in Badenweiler und die Staufener Burg für einen Tagesausflug in der Nähe.

Veranstaltungsorte

  • Malteserhalle
  • Kath. Pfarramt St. Bartholomäus
  • Café Villa Artis
  • Weingut Zähringer
  • Schützenhaus
  • Johanniter- und Maltesermuseum
  • Römermuseum Villa Urbana