Lörrach

Geografische Lage von Lörrach

Die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises liegt im Südwesten des Regierungsbezirks Freiburg und des Bundeslandes Baden-Württemberg unweit des Rheins und der Grenzen zur Schweiz und zu Frankreich. Aktuell leben in der Stadt gut 49.000 Einwohner in den Stadt- und Ortsteilen Stetten, Tumringen, Tüllingen, Haagen, Brombach und Hauingen auf etwas mehr als 39 km² Fläche. Lörrach grenzt im Uhrzeigersinn an Rümmingen, Steinen (Baden), Dinkelberg, Inzlingen, Riehen (CH), Basel (CH), Weil am Rhein und Binzen. Mit den südlich bzw. östlich gelegenen Nachbargemeinden Riehen (CH) und Inzlingen ist die Stadt im Lauf der letzten Jahrzehnte teilweise zusammen gewachsen. Lörrach ist die größte Stadt im landschaftlich reizvollen, fruchtbaren und überregional für Obst- und Weinanbau bekannten Markgräflerland sowie im 55 Kilometer langen Wiesental, welches nach dem Fluss Wiese benannt ist. Die nächstgelegenen Großstädte sind Basel in der Schweiz (18 Kilometer), Mulhouse in Frankreich (49 Kilometer), Freiburg im Breisgau (74 Kilometer), Zürich (90 Kilometer) und Bern in der Schweiz (102 Kilometer) sowie Stuttgart (260 Kilometer). Der knapp 807 km² große Landkreis zählt zurzeit gut 227.000 Einwohner in 8 Städten und 27 Gemeinden. Stadt und Landkreis gehören zu den wirtschaftlich und kulturell bedeutenden Gebieten „Trinationalenr Eurodistrict Basel“ und „RegioTriRhena“. Zusammen mit Weil am Rhein bildet Lörrach ein Oberzentrum in der dynamisch wachsenden Region Hochrhein-Bodensee. Eine gute Verkehrsanbindung ist durch den 14 Kilometer westlich gelegenen Flughafen Basel-Mülhausen, die Bundesautobahnen 98 und 5 sowie die Bundesstraße 317 gegeben.

Kulturelle Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten in Lörrach

Wie im gesamten Markgräflerland und im Südwesten Baden-Württembergs wird auch in und um Lörrach die alljährliche „Fasnacht“ im Februar/März ausgiebig, ausgelassen und intensiv gefeiert. Spätestens seit dem frühen 17. Jahrhundert ist der altehrwürdige Brauch zur Vertreibung des Winters und Begrüßung des Frühlings urkundlich überliefert. Seit den 1930er Jahren bestimmen in den wilden Tagen zwischen dem „Schmotzige Dunnschdig“ (schmutziger Donnerstag) und Aschermittwoch verkleidete Narren, laute „Guggemusik“ bunte Umzüge, viele Feste und große Fastnachtsfeuer das Straßenbild. Besucher der Stadt können ihr Geschick auch beim traditionellen „Scheibenschlagen“ unter Beweis stellen, bei dem glühende Holzscheiben über Schanzen möglichst weit in die dunkle Nacht geschleudert werden. Wer die Stadt zu dieser Zeit besuchen möchte, sollte sich wegen des großen Publikumsandrangs möglichst rechtzeitig nach einer Unterkunft umsehen. Das ganze Jahr über besuchen kann man den immer dienstags, donnerstags und samstags auf dem Neuen Markt im Stadtzentrum veranstalteten Bauernmarkt. Hier werden vorrangig regionale Produkte wie Obst und Gemüse, Brot und Kuchen, Schnaps und Wein sowie Schinken und Wurst von den Erzeugern angeboten. Ein Besuch des großen Marktes lässt sich gut mit einem Stadtspaziergang zu einigen bekannten Sehenswürdigkeiten verbinden. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich zum Beispiel der Alte Marktplatz, auf dem die Skulptur „Granit Rosa Porriño“ bewundert werden kann. Der imposante Steinwürfel ist Teil des ab 1986 angelegten Lörracher Skulpturenwegs durch die Innenstadt mit 23 Stationen und Kunstwerken im öffentlichen Raum. In der Innenstadt stehen außerdem noch viele gut erhaltene Wohn- und Geschäftshäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Geschichte von Lörrach

Die Anfänge menschlicher Besiedlung im Raum Lörrach reichen archäologischen Funden zufolge bis in die Jungsteinzeit zurück. Steingeräte aus dieser Epoche, wie auch Artefakte aus der folgenden Eisenzeit wurden im Homburger Wald sowie auf dem Gebiet der heutigen Stadtteile Stetten und Tüllingen gefunden. Ab dem 1. Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung siedelten keltische Helvetier in der Region. Viele Ortsnamen in der Gegend sind keltischen Ursprungs. Kurze Zeit später verleibten sich die Römer das Gebiet als Teil ihres Herrschaftsbereichs „Agri decumates“ (Dekumatland) ein. Bis heute erhalten geblieben sind die Grundmauern einer römischen „Villa Rustica“ im Ortsteil Brombach. Fundstücke aus dieser Phase der Regionalgeschichte sowie viele weitere Exponate können im großen Dreiländermuseum an der Baslerstraße besichtigt werden. Vom 3. bis zum 5. Jahrhundert eroberten die germanischen Alemannen die Region. Die damals noch eigenständigen Dörfer und späteren Stadtteile entstanden unter fränkischer Herrschaft im 6. und 7. Jahrhundert. Die urkundliche Ersterwähnung der Stadt folgte im Jahr 1102, bis zum frühen 14. Jahrhundert bestimmten die Herren von Rötteln über die Geschicke im heutigen Markgräflerland. Deren einstiger Stammsitz, die Burg Rötteln nahe des Ortsteils Haagen, kann nach vorheriger Anmeldung ganzjährig besichtigt werden. Seit 1968 finden hier jedes Jahr im Sommer die stets gut besuchten Burgfestspiele Rötteln statt. Ein schönes Ausflugsziel in der Nähe ist auch die Ruine der Burg Istein in Efringen-Kirchen. Im 17. Jahrhundert litt die Gegend unter der Pest und dem Dreißigjährigen Krieg, 1682 wurde das Stadtrecht verliehen. Auch im 18. Jahrhundert war die Region immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Erst nach der badischen Revolution 1848/49 und dem Beginn der Industrialisierung stabilisierte sich die Lage vor Ort. Im 20. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt kontinuierlich, viele neue Wohngebiete wurden errichtet. Seit 2007 liegt die Stadt an der Ferien- und Kulturstraße „Straße der Demokratie“.

Veranstaltungsstätten in Lörrach

Seit der Eröffnung im Jahr 1998 überregional als moderner Veranstaltungsort bekannt ist das Kultur- und Veranstaltungszentrum Burghof an der Herrenstraße. Hier finden das ganze Jahr über Konferenzen, Konzerte und Theateraufführungen statt. Alljährlich im Juli ist der Burghof eine der Spielstätten des international renommierten „Stimmen-Festivals“ im Dreiländereck. Bekannt und beliebt bei Besuchern sind auch das „Theater Tempus fugit e.V.“ im Adlergässchen und das „s'Bühneli-Theater“ in der Brombacher Straße. Empfohlen werden können darüber hinaus die Veranstaltungen des örtlichen „Hebelbunds“. Die nach dem alemannischen Dialektdichter Johann Peter Hebel benannte literarische Gesellschaft organisiert jedes Jahr im Mai die „Hebel-Sonntage“ im Dreiländermuseum. Wechselnde Ausstellungen mit Werken lokal ansässiger Künstler können in den Räumen des „Vereins Bildende Kunst Lörrach e.V. (VBK)“ in der Gutenbergstraße besichtigt werden. Weitere Stätten der Kunst sind die „Fondation Beyeler“ in der Baselstraße in Riehen, die Galerie „ARS NOVA“ in der Weinbrennerstraße sowie die Galerie „artISCHOCKE“ und die Galerie „Uhu“ in der Tumringer Straße. Im „Ibenthaler-Haus“ in der Baumgartnerstraße, in der „kunstschule & galerie VArt“ in der Hauptstraße sowie im „Vitra Design Museum“ in der Charles-Eames-Straße im benachbarten Weil am Rhein kommen Kunstfreunde ebenfalls auf ihre Kosten.Das „Alte Wasserwerk“ und das „Nellie Nashorn Kulturzentrum“ in der Tumringerstraße sind populäre Veranstaltungsorte. Im „Jazzklub 56“ im Haagensteg sind häufig atonale Klänge zu hören, die Musikschule in der Bahnhofstraße veranstaltet gleichermaßen regelmäßig Konzerte.