Kandern

Die geografische Lage der Stadt

Die Kleinstadt Kandern liegt in der fruchtbaren Kulturregion Markgräflerland sowie im Naturpark Südschwarzwald im Westen des gut 800 km² großen Landkreises Lörrach im Südwesten des Bundeslandes Baden-Württemberg. Das gut 62 km² große Stadtgebiet grenzt an den Schwarzwald und den 1.164 Meter hohen Berg Blauen bzw. Hochblauen. Die französische und die Schweizer Grenze sowie die Städte Basel, Weil am Rhein und der Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt. In Kandern leben zurzeit ca. 8.300 Einwohner in den sieben Stadtteilen Kandern, Feuerbach, Holzen und Riedlingen sowie Sitzenkirch, Tannenkirch und Wollbach. Darüber hinaus gibt es im Stadtgebiet zahlreiche Weiler und Wohnplätze sowie Wüstungen. Der Name der Gemeinde leitet sich vom gut 30 Kilometer langen Fluss Kander ab, dessen Quelle sich in der Nähe in Malsburg-Marzell beim Kandertal am Kanderwasen befindet. Das Kandertal ist im gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet zwischen Hammerstein und Eimeldingen eine populäre Wandergegend. Weitere direkte Nachbargemeinden der Stadt sind Bad Bellingen, Efringen-Kirchen, Lörrach, Rümmingen, Schallbach, Schliengen, Steinen und Wittlingen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Kandern eine bis weit über ihre Grenzen bekannte Töpferstadt. Die einstigen Fabriken existieren heute jedoch nicht mehr.

Die Besonderheiten der Stadt

Wirtschaftlich profitiert die Stadt von der Lage in der dynamisch wachsenden und grenzüberschreitenden Region „TriRhena“, touristisch von derjenigen im fast schon mediterran anmutenden Markgräflerland. Außer vielen Obst- und Rebsorten gedeihen hier sogar Mandeln und Palmen prächtig. Am besten lernt man die Stadt und ihre Umgebung auf einem der landschaftlich reizvollen Wanderwege kennen. Empfehlenswert sind etwa die Strecken durch die Wolfsschlucht, zur Ruine Sausenburg sowie zum Schloss Bürgeln und auf den Blauen. Die weitläufigen Weinberge rund um Kandern lassen sich auf dem „Steingässleweg“ in Tannenkirch und dem Geschichtsweg in Feuerbach ebenfalls bestens erkunden. Der Stadtteil Holzen ist als Nistplatz für Weißstörche bekannt, dort gibt es auch ein großes Gehege für die majestätischen Vögel. Die Rundstrecke des Planetenweges und Zeitweges von Egerten nach Kandern vermittelt mit Schautafeln Wissenswertes über das Sonnensystem und die Evolutionsgeschichte der Erde. Im Winter stehen im Ortsteil Marzell Langlauf-Loipen und Winterwanderwege parat. Von Anfang Mai bis Mitte Oktober können Besucher der Stadt mit einer historischen Dampflok durch das idyllische Kandertal fahren. Golf spielen ist auf dem Platz des lokalen Klubs „Markgräflerland“ möglich, baden im großen Freibad mit Wasserrutsche, Sprunganlage und Strömungskanal.

Die Geschichte der Stadt

Archäologischen Funden zufolge war Kandern bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Es waren vermutlich die umfangreichen regionalen Ton- und Eisenvorkommen, welche zur dauerhaften Ansiedlung von Menschen führten. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 733 in einem Dokument des französischen Klosters St. Martin. Das macht die Stadt zu einer der ältesten Gemeinden im Raum Südbaden. Der Abbau von Eisenerz sowie die Fertigung und der Vertrieb von Tonerzeugnissen sorgte bereits damals und bis in das 19. Jahrhundert für Wohlstand. Wie im gesamten Markgräflerland herrschten auch über Kandern zunächst über lange Zeit die Kelten und ab Beginn unserer Zeitrechnung die Römer. 1503 kam die umliegende Landgrafschaft Sausenberg unter die Herrschaft der Markgrafen von Baden. Während der Schlacht bei Schliengen im Ersten Koalitionskrieg zwischen österreichischen und französischen Truppen im Oktober 1796 wurde die Stadt von Ersteren erobert. Ab 1802 wurde ein überregional bekannter örtlicher Pferdemarkt abgehalten. 1810 erhielt der noch kleine Ort die Stadtrechte. Im April 1848 fand auf dem nahen Scheideckpass ein großes Gefecht zwischen den badischen Revolutionären unter Hecker und Bundestruppen statt. Die aktuelle Stadt entstand durch die Gemeindereform 1974 und die Eingemeindung der heutigen Stadtteile.

Die Veranstaltungsstätten der Stadt

Im liebevoll gestalteten Heimat- und Keramikmuseum in der Ziegelstraße finden häufig wechselnde Ausstellungen und gut besuchte Abendführungen statt. Weitere sehenswerte Museen sind das Max-Böhlen-Museum in der Wollbacher Straße in Egerten und das Küfermuseum in der Hauptstraße in Tannenkirch. Zeitgenössische Kunst gibt es in der Galerie Keller in der Ziegelstraße und im Atelier Walter Argast in der Mühlenstraße in Sitzenkirch zu sehen. Ebenfalls besichtigt werden können die Keramikwerkstätten im Böscherzenweg, in der Hauptstraße sowie in der Nebenauer Straße (Wollbach) und der Talstraße (Holzen). Jedes Jahr im September ist der Blumenplatz Standort des großen Töpfermarktes mit Ausstellern und Besuchern aus dem In- und Ausland. Gleichermaßen im September feiert man vor Ort auch den „Rossmärt“ (Pferdemarkt) samt Reitturnier und das Budenfest. Immer Anfang Oktober findet der traditionelle Kunsthandwerkermarkt in Holzen statt. Bei den Märkten gibt es auch zahlreiche Stände mit gastronomischen Angeboten, neben frischen Brezeln werden auch weitere badische Spezialitäten serviert. Bei der interessanten Erlebnisführung immer samstags wird den Teilnehmern historisches Wissen vermittelt. Kulinarisch untermalt wird der Rundgang durch einen Umtrunk mit Wein aus der Region, zu dem die berühmten Brezeln aus dem Ort gereicht werden.